Myanmar

Der längste Bürgerkrieg der Welt

Alles begann damit, dass burmesische Soldaten auf Lu Lu Awng und ihre Familie schossen. Um 3 Uhr morgens war das, erinnert sich das zwölfjährige Mädchen. Sie sitzt auf ihrer rosafarbenen Bettdecke, die Hände im Schoß gefaltet. Auf der Schlafanzughose, die sie trägt, tummeln sich bunte Tiere. Vor ihrem Bett steht eine pinke Plastiktruhe, in der sie ihre Habseligkeiten verwahrt, auf einem Schemel neben dem Kopfende stapeln sich Schulhefte, die sie fein säuberlich dort platziert hat. Seit zwei Jahren lebt Lu Lu Awng nicht mehr in ihrer vom Konflikt geschüttelten Heimat Kachin, sondern umgeben von Reisfeldern und Papayapflanzen in einem Wohnheim der Kirche am ländlichen Rande von Myanmars größter Stadt Yangon.

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So hilft Plan International den vergessenen Menschen in Myanmar

Viele der schutzlosesten Kinder Myanmars leben in den Flüchtlingscamps in Kachin und Rakhine. Plan International unterstützt sie und ihre Familien durch Angebote zur frühkindlichen Förderung, zur gesundheitlichen Versorgung und Katastrophenvorsorge. So bildet Plan International unter anderem Freiwillige aus, die Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren betreuen und hilft Familien, ausreichend Nahrungsmittel für eine gesunde Lebensweise anzubauen.

  • Die zwölfjährige Lu Lu Awng musste ihre Heimat Kachin im Norden von Myanmar verlassen. Sie wünscht sich, möglichst schnell wieder mit ihren Eltern zusammen zu sein.

  • Während Konflikten wie dem im Myanmar sind Kinder besonderen Gefahren ausgesetzt. Plan International setzt sich deshalb für die systematische Stärkung von Mechanismen des Kinderschutzes ein.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • Mit Mitteln der Europäischen Union versorgt Plan International tausende Kinder in der Region Kachin im Norden Myanmars mit Zugang zu Bildung und psychosozialer Betreuung.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • Fast 4.500 Kinder bekommen nun Schulunterricht in Räumen, die mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet sind.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • Vor dem Beginn des Projektes fehlte den Kindern auch der Zugang zu sanitären Einrichtungen. Um die Hygiene zu verbessern, wurden 26 Handwasch-Stationen eingerichtet.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • Lehrer und Ehrenamtliche geben den Schülerinnen und Schülern Unterricht in Hygienefragen. Das reduziert häufige Durchfallerkrankungen – eines der wichtigsten Entwicklungshemmnisse für Kinder in armen Ländern.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • In der von andauernden Konflikten betroffenen Region Kachin wurden zehn kinderfreundliche Räume geschaffen, die den Kindern ermöglichen, ihren natürlichen Spieltrieb auszuleben. Dies fördert auch ihre kognitive Entwicklung und stärkt ihr Selbstvertrauen.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

  • Mädchen können sich im „Girls Club“ über geschlechterspezifische Fragestellungen austauschen. Auch ihre Brüder und Eltern werden für die Rolle der Frau in der Gesellschaft sensibilisiert.

    (Foto: © Kaung Htet for Plan International)

Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise in Myanmar

Nach jahrzehntelangem Kampf um Demokratie und beinahe einem halben Jahrhundert Militärdiktatur, besitzt das ehemalige Burma seit April 2016 die erste zumindest teilweise zivile Regierung. Ab dem Putsch von 1962 war das ressourcenreiche und einst fortschrittliche Land von den Militärs zu einem der ärmsten Staaten der Erde heruntergewirtschaftet worden. Eine brutale Junta unterdrückte die Menschen und zerstörte Wirtschaft, Bildungs- und Gesundheitssystem. Trotz eines überwältigenden Wahlsieges der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), bei den ersten freien Wahlen im November 2015, ist die Handlungsfähigkeit der Regierung eingeschränkt: Die Verfassung kann ohne Zustimmung der Generäle nicht geändert werden und sichert dem Militär eine Mehrheit in verschiedenen Ministerien. Da die NLD keine Handhabe über die Armee hat, sind ihr auch bei der Lösung des seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieges im Vielvölkerstaat Myanmar die Hände gebunden. Das Militär unterdrückt seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft die Zivilbevölkerung, die mehr Recht auf Eigenständigkeit fordern. Zusätzlich verschärft wird die Lage durch anhaltende Kämpfe zwischen dem Militär und den bewaffneten Fraktionen, ethnischer Minderheiten. Die bekannteste dieser Minderheiten sind die Rohingya, gegen die das Militär seit der Unabhängigkeit Myanmars mehr als 19 Großoffensiven durchführte.

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Fünf Fakten, die du über Myanmar wissen solltest

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