Simbabwe

Hunger ist ein ständiger Begleiter

„Ich bin nicht glücklich über meine Situation, aber ich habe keine andere Option“, sagt Jestina Pellu lächelnd und lässt beide Hände auf ihrem runden Bauch ruhen. „Ein paar Ochsen wären schön, damit ich mein Feld pflügen kann“, sagt sie bescheiden. Die 38-jährige Jestina ist im sechsten Monat schwanger und allein für ihre drei Kinder verantwortlich. Lucky, Victor und Success heißen ihre Söhne, doch ihre Namen sind mehr Hoffnung als Programm. Ihr Mann ist 2010 an AIDS gestorben. Ihr zweiter Mann hat sie kürzlichverlassen. Allein kämpft Jestina nun ums Überleben ihrer Familie, was die letzten Jahre besonders schwierig war. Ihre kleine Hütte liegt im Distrikt Chipinge im Südosten Simbabwes, der seit 2014 unter einer Dürre durch das Klimaphänomen El Niño gelitten hat. Der Regen blieb zum großen Teil aus, Hunger wurde auch im Haus von Jestina ein ständiger Begleiter, da nichts mehr auf ihrem Feld wuchs.

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So hilft die Johanniter-Auslandshilfe den vergessenen Menschen in Simbabwe

Die Johanniter sind seit 2002 in Simbabwe aktiv. Krankenhäuser wurden in der Vergangenheit mit Medikamenten und medizinischen Verbrauchsgütern versorgt, Gesundheitsstationen wurden saniert und Gesundheitshelfer in ländlichen Regionen ausgebildet. Seit 2009 führen die Johanniter und lokale Partnerorganisationen Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung im Osten Simbabwes durch, um gegen weit verbreitete Krankheiten durch verunreinigtes Trinkwasser und Cholera zu kämpfen. Hygieneschulungen bei Krankenhauspersonal und in Gemeinden leisteten Aufklärung über gesundheitliche Gefahren durch mangelnde Hygiene. Um aktuell die Ernährungssicherheit zu verbessern, werden seit 2015 Familien beim Anlegen von Kleingärten und verbesserten Ernährungsgewohnheiten unterstützt, da es in den letzten zwei Jahren vermehrt zu ausgedehnten Dürreperioden gekommen ist, die besonders unter armen Bevölkerungsschichten Hunger und Unterernährung verschärft hat. Zusätzliche Bargeldhilfen helfen seit 2016 besonders betroffenen Familien beim Erwerb von Grundnahrungsmitteln und lebenswichtigen Gütern.

  • Jestina Pellu ist 38 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von drei Kindern. (Foto: Johanniter-Auslandshilfe)

Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise in Simbabwe

Simbabwe galt mit seinen fruchtbaren Böden und natürlichen Ressourcen lange Zeit als die Kornkammer Afrikas und wirtschaftlich robustes Land. Der florierende Agrarsektor brachte erfolgreiche Exportgüter wie Tabak, Tee und Blumen hervor. Ende der 90er Jahre läuteten Landenteignungen eine tiefgreifende ökonomische und soziale Krise ein. Hunderttausende Farmarbeiter verloren ihre Arbeit und damit jede Lebensgrundlage. Eine mehrere Jahre andauernde Hyper-Inflation, Misswirtschaft und Arbeitslosigkeit stürzten das Land in große Armut. Der wertlos gewordene simbabwische Dollar wurde durch ausländische Währungen ersetzt und offiziell 2015 abgeschafft. Im November 2016 führte die Regierung Schuldscheine ein, um dem Bargeldmangel im Land Herr zu werden. Zudem gehört Simbabwe zu den Ländern mit der höchsten HIV-Rate weltweit. Rund jeder sechste Bewohner ist mit dem Virus infiziert. Das leise Sterben hält an, weit über 30.000 Tote sind es laut offiziellen Angaben jedes Jahr.

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