Tschad

Was zählt ist Frieden

An die grauenvollen Details der Momente, die ihr Leben veränderten, erinnert sich Fatimé Malicky (49) genau: „Es fing um 3 Uhr morgens an. Wir hörten schwere Artillerie und Schießereien. In unserer Nachbarschaft wurden Menschen mit Macheten umgebracht, darunter schwangere Frauen und Kinder. Um uns herum gab es nicht als den Tod.“ Fatimé Malicky (49) ist eine von über 95.000 Menschen, die aus der Zentralafrikanischen Republik in den nördlich angrenzenden Tschad geflohen sind. In der Hauptstadt Bangui besaß sie ihr eigenes Geschäft, nachts fuhr sie Taxi, um noch ein wenig mehr Geld zu verdienen. Dort hat sie zwei Häuser gebaut, Freunde gefunden, drei Töchter aufgezogen und vor neun Jahren ihren Ehemann begraben.

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So hilft Care den Menschen im Tschad

Wo Menschen hin fliehen, da müssen sie mit dem Lebenswichtigsten versorgt werden. Deshalb leistet CARE im Süden des Tschads Nothilfe, liefert Wasser, baut Latrinen und betreut Kinder, die alleine geflohen sind. Rund 22.500 Menschen haben an CAREs Cash-for-Work Programmen teilgenommen und auf diese Weise Bargeld, Saatgut, Tierfutter und landwirtschaftliche Geräte erhalten. Außerdem hat CARE bisher Essenspakete, Küchenutensilien, Unterkünfte und Hygieneartikel für rund 46.000 Menschen bereitgestellt. In Flüchtlingscamps in der Region Moyen Chari unterstützt CARE bei der Integration, schafft Einkommensmöglichkeiten und klärt die Menschen über reproduktive Gesundheit und Hygiene auf.

Menschen in der Region rund um den Tschadsee kämpfen mit den Auswirkungen von Gewalt und Terror im benachbarten Nigeria. CARE hilft Binnenvertriebenen und Rückkehrern durch psychosoziale und gesundheitliche Betreuung, verteilt außerdem Dignity-Kits und Küchenutensilien. Kranke werden mit Medikamenten versorgt, Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen werden durchgeführt.

 

  • Fatimé Malicky (49) ist aus der Zentralafrikanischen Republik in den Tschad geflohen. Sie lebt gemeinsam mit einer ihrer Töchter und drei Enkelkindern im Flüchtlingscamp Dosseye im Süden Tschads. Ihre anderen beiden Töchter flohen nach Kamerun; die Familie ist bis heute getrennt.

    Foto: Care

  • Die Kinder nennen ihn "Essensschule", aber neben einer Mahlzeit gibt es im Care-Kindergarten jede Menge Spaß, Spiel und Vorschulinhalte.
    Foto: Care

  • Care kümmert sich besonders um die Kinder, die in den Wirren der Flucht von ihren Familien getrennt wurden.
    Foto: Care

  • Bargeldauszahlung in einem Dorf in Süd-Tschad.
    Foto: CARE/Male Thienken

Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise im Tschad

Über das große Land im westafrikanischen Sahel wird selten berichtet, aber ebenso wie in bekannteren Konfliktregionen befindet sich der Tschad in einer humanitären Krise und einer konfliktreichen Nachbarschaft: im Osten die sudanesische Provinz Darfur, im Norden Libyen, das seit einigen Monaten in politisches Chaos gestürzt ist. Im Westen grenzt der Tschad an den Niger, auch hier herrschen – besonders im Norden – Aufstände, Gewalt und Drogenhandel. Dann grenzt der Tschad auch noch an Nigeria, in dessen Norden sich bewaffnete Milizen ausbreiten und ganze Städte einnehmen. Die Versorgung dieser großen Zahl an Flüchtlingen ist für den Tschad mit seinen begrenzten Ressourcen nicht einfach zu bewältigen. Auch die lokale Bevölkerung wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Die Lebensbedingungen im Tschad sind schwierig, es kommt immer wieder zu langen Trockenperioden und Fluten sowie zu politischen Unruhen.

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Fünf Fakten, die du über den Tschad wissen solltest

Beim Tschad denken die meisten an unendliche Wüste – kaum ein Lebewesen kann bei Temperaturen über 36 Grad Celsius lange überleben. Aber wusstest Du auch, dass …

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