Äthiopien: Hintergründe zur vergessenen humanitären Krisen

Äthiopien kämpft mit einer der schwersten Dürre seit Jahrzehnten, die durch das Wetterphänomen El Niño ausgelöst wurde. Vor allem die nördliche Afar-Region ist von der Trockenheit betroffen. Die ausgebliebenen Niederschläge führten hier und in anderen Regionen zu einer gefährlichen Wasser-, Futter- und Nahrungsmittelknappheit. Milch, Milcherzeugnisse und Fleischprodukte werden in abgelegenen Regionen Äthiopiens hauptsächlich von Pastoralisten, nomadische oder halbnomadisch lebende Hirten, produziert. Diese Menschen sind als Nahrungsproduzenten für die Ernährungssicherung in Äthiopien von besonderer Bedeutung.

Die Hirten in Afar und ihre Viehherden sind momentan oft unterernährt und haben kaum Zugang zu Wasser. Die Tiere sind in diesem Zustand besonders anfällig für Krankheiten und die Milchleistung von Schafen, Ziegen, Kamelen und Kühen ist gering. Doch gerade Milch und ihre Erzeugnisse sind für die Menschen die wichtigste Nahrungsquelle insbesondere für Säuglinge, Kinder und stillende Frauen. Zudem suchen viele Menschen aus den bürgerkriegsgebeutelten Nachbarländern Somalia, dem Südsudan und Sudan, Zuflucht in Äthiopien. Auch diese Menschen müssen mit Nahrung und Wasser versorgt werden.