Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise im Jemen

Jemen
Jemen: Die Krise und das Vergessen

Der Jemen liegt auf der Arabischen Halbinsel und zählt aufgrund von Gewalt, Armut und Unterernährung zu den schlimmsten humanitären Krisen der Welt. Dabei jährt sich der bewaffnete Konflikt im Jemen im März 2017 bereits zum zweiten Mal. Schon jetzt hat er zu tausenden Toten und Millionen von Flüchtlingen geführt. Nach UN-Angaben benötigen fast 19 Millionen Menschen humanitäre Hilfe und der Spendenaufruf für 2016 blieb fast zur Hälfte unfinanziert. Millionen sind vom Hunger bedroht und heilbare Krankheiten setzen besonders Kinder, chronisch Kranke, Alte und Behinderte, schwangere und stillende Frauen dem Risiko von Hungertod und Erkrankung aus.

Im September 2014 übernahmen die Huthi-Rebellen, bestehend aus der ethischen Gruppe der Zaidi Shia und loyal gegenüber dem früheren Präsident Ali Abdullah Saleh (an der Macht von 1990 bis 2012), die Regierung, unterstützt durch den Iran. Der damalige Präsident Abdu Rabbu Mansour Hadi (an der Macht von 2012 bis 2014) und seine Regierung flohen nach Saudi Arabien. Im März 2015 begann der Kampf um die Kontrolle über die Regierung. Seither bekämpft eine von Saudi Arabien angeführte Koalition (unterstützt von den USA und Großbritannien) die von den Huthi kontrollierten Gebiete mit Luftangriffen und Landminen mit dem Ziel Hadi wieder an die Macht zu bringen. Der andauernde Krieg hat schwerwiegende Auswirkungen auf das gesamte Land und Zivilisten geraten laufend in das Kreuzfeuer beider Parteien. Es gab 325 bestätigte, willkürliche Angriffe auf Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Märkte, Straßen und andere öffentliche und zivile Ziele. Die Situation wurde durch die Präsenz von ISIS und Al Qaeda noch verschlimmert. Nach 20 Monaten hat der Konflikt bereits 44.000 Todesopfer gefordert und 3 Millionen Vertriebene verursacht.