Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise auf den Philippinen

Die geografische Lage macht die Philippinen besonders anfällig für Naturkatastrophen: der Inselstaat wird regelmäßig von Taifunen und tropischen Stürmen heimgesucht. Als Folge des Klimawandels erfährt das Land noch häufiger besonders starke Regenfälle und Überschwemmungen. Diese betreffen vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen, die es sich nicht leisten können, in den höher gelegenen Siedlungen zu wohnen. Viele Städte sind von Slumvierteln geprägt: die Häuser sind aus billigen Spanholzplatten oder Holzstücken gebaut, oft gibt es keine sanitären Anlagen und weder Strom- noch Wasserversorgung. Bei starken Regenfällen oder Taifunen halten die Häuser den Überschwemmungen nicht stand. In der Trockenzeit gibt es durch den Gebrauch von Kerzen und Petroleumlampen Brände, die durch die enge Bebauung verheerende Folgen haben. Die wiederkehrende Zerstörung der Häuser treibt die Bewohner der Slumviertel immer weiter in die Armutsspirale.

Die Inselgruppe Mindanao im Süden der Philippinen gilt als strukturschwächste und am wenigsten entwickelte Region des Landes. Die ungleiche Verteilung von Land und Ressourcen sowie die Benachteiligung und soziale Ausgrenzung großer Teile der Bevölkerung tragen ursächlich zu diversen Gewaltkonflikten bei. Seit Jahrzehnten bestehen bewaffnete Konflikte zwischen dem philippinischen Staat und verschiedenen Rebellen- und Separatistengruppen. Auch vier Jahrzehnte nach seinem gewaltsamen Ausbruch leidet die Zivilbevölkerung nach wie vor unter regelmäßigen bewaffneten Auseinandersetzungen.