Hintergründe zur vergessenen humanitären Krisen in Pakistan

Pakistan
Pakistan: Die Krise und das Vergessen

Die humanitären Probleme in Pakistan sind vielschichtig: Knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung gilt als unterernährt. Die medizinische Versorgung erreicht, wenn überhaupt, nur in städtischen Zusammenhängen ein akzeptables Niveau. Der Zugang zu sauberem Wasser ist sehr eingeschränkt, die hygienischen Bedingungen sind flächendeckend alarmierend. Besonders betroffen von diesen beschriebenen Lebensumständen sind Kinder. Eine unmittelbare Folge: Jedes zehnte Kind stirbt vor dem Erreichen des fünften Lebensjahres.

Zu diesem Kontext gesellen sich weitere große Herausforderungen im Alltag wie die Aufnahme, Versorgung und Integration von geschätzt rund zwei Millionen afghanischen Flüchtlingen, wirtschaftliche Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit, resultierend Landflucht, innenpolitische Konflikte und Terrorismus, Naturkatastrophen wie massive Erdbeben und Überflutungen.

Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit nehmen in Pakistan kontinuierlich zu. Vor allem im Sindh, einer der vier Provinzen Pakistans, ist die Lage besorgniserregend: 72% der Haushalte haben mit Ernährungsunsicherheit zu kämpfen; rund eine Million Kinder sind unterernährt, 400.000 schwer mangelernährt. Damit ist die Bevölkerung von Sindh besonders stark von Armut und mangelhafter Nahrungsmittelversorgung betroffen. In den immer wieder von heftigen Wetterereignissen betroffenen Gebieten verschlechtert sich die Lage zusätzlich – Dürren und Fluten rauben den Bewohnern die Lebensgrundlage. Unter diesen Wetterextremen leidet vor allem die ländliche Bevölkerung, denn die Naturgewalten spülen nicht nur Dörfer hinfort, sondern erschweren über Jahre hinaus die Landwirtschaft