Südsudan

Anyer aus dem Südsudan

Anyer Bulen Dit (46) stammt aus Bor, einem kleinen Ort rund 200 Kilometer nördlich der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Dort lebte sie zusammen mit ihrer Familie in einer bescheidenen Hütte. Dank ihrer Kühe konnten sie sich selbst versorgen. Als Ende 2013 der Bürgerkrieg ausbrach und die Kämpfe immer näher kamen, floh sie wie rund 3,5 Millionen andere Menschen im Südsudan aus ihrer Heimat. „Ich flüchtete im Januar, als die Kämpfe begannen, von Bor nach Mingkaman. Aufgrund der Kämpfe musste ich unser Hab und Gut, unsere Kühe – einfach alles zurücklassen und mit meinen Kindern und meinem Mann fliehen. Viele unserer Verwandten blieben zurück und wurden wohl getötet – wir wissen es nicht genau.“

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So hilft Help den Menschen im Südsudan

Das Ziel von „Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ ist es, die südsudanesische Bevölkerung langfristig zu unterstützen und das Land nachhaltig zu entwickeln.

  • Help hilft mit therapeutischen Nahrungsmitteln gegen Unterernährung, Medikamenten gegen Wurmbefall sowie Vitaminen und Spurenelementen für die Behandlung von Kindern und Schwangeren.
  • Help baut Brunnen, Handpumpen und Latrinen und weitet die Hygieneschulungen dort aus, wo vermehrt Cholera-Infektionen auftreten. Help schafft Zugang zu sauberem Wasser und versucht dem Ausbruch von Epidemien entgegenzuwirken.Help stärkt die Selbsthilfekräfte der Betroffenen mit Saatgut und Pflügen für bessere Ernten in der Zukunft.
  • Help bietet zudem Schulungen an, um Vermarktungsmethoden zu verbessern.

Weitere Informationen über die Arbeit von Help im Südsudan: http://www.help-ev.de/laender/suedsudan/

So hilft die Welthungerhilfe den vergessenen Menschen im Südsudan

  • Nothilfe: Die Welthungerhilfe versorgt Flüchtlinge in Lagern mit Notunterkünften, Frischwasser,  Hygiene-Maßnahmen und Nahrung.
  • Ländliche Entwicklung: Gemeinsam mit der Bevölkerung bauen wir Deiche auf und Bäume an, um die jährlichen Fluten besser kontrollieren zu können und so Ernten zu sichern. Kleinbauern lernen, welche Anbaumethoden ihre Ernte verbessern, erhalten Saatgut und landwirtschaftliche Werkzeuge sowie Unterstützung in der Pflege und medizinischen Versorgung ihres Viehs.
  • Bildung: Gemeinsam mit der Alliance2015 bauen wir Schulen und Zentren für kleine Kinder auf.
  • Anyer Bulen Dit (46) musste aufgrund des Bürgerkriegs im Südsudan ihre Heimat verlassen. Im Flüchtlingslager hat sie dank Help wieder Zugang zu sauberem Wasser.
    Foto: Help

  • In den südsudanesischen Flüchtlingslagern herrschen oftmals katastrophale Zustände. Help setzt sich für den Ausbau der Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygieneschulungen ein.
    Foto: Help

  • Elizabeth ist 42 Jahre alt, sie hat drei Söhne im Bürgerkrieg verloren. „Früher konnten wir Sorghum neben unserem Haus anbauen und uns selbst versorgen. Heute ist das zu gefährlich, wir bleiben im Dorf und sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Und selbst das ist nicht sicher. Nachts kommen manchmal Soldaten, vergewaltigen unsere Frauen und stehlen alles, was wir haben.“
    Foto: Welthungerhilfe

  • Die Lebensbedingungen im Südsudan und das extreme Klima stellen die Menschen vor große Herausforderungen – gerade in Krisenzeiten.
    Foto: Rosenthal

  • Mehr als fünf Millionen Südsudanesen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die bereits bestehenden Flüchtlingslager in den noch sicheren Gebieten können die Hilfesuchenden kaum noch aufnehmen.
    Foto: Rosenthal

  • In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt betreibt Help 12 Behandlungszentren, in denen Schwangere und unterernährte Kinder medizinisch versorgt werden.
    Foto: Help/Simaitis

  • Bei Überschwemmungen steigt die Seuchengefahr rapide. Die Welthungerhilfe versorgte bislang 30.000 Menschen mit Chlortabletten, Seife und Wasserkanistern.
    Foto: Brockmann

  • Durch Brunnenbauprojekte erleichtert Help den oft schwierigen Zugang zu Wasser.
    Foto: Help

Hintergründe zur vergessenen humanitären Krise im Südsudan

Am 9. Juli 2011 erklärte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Norden. Nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges keimte Hoffnung auf Frieden und wirtschaftliche Entwicklung auf. Leider wurde jede Hoffnung schon im Dezember 2013 zerstört. Nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit vom Sudan forderten bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des Präsidenten Kiir und des ehemaligen Vizepräsidenten Machar zehntausende Tote. Der Konflikt entwickelte sich zum Bürgerkrieg. Immer wieder kommt es seither zu Kämpfen, Gewalt und Flucht. Die Ursachen der großen Not im Südsudan liegen in der Gewalt. Schon seit den 1950er-Jahren leben die Menschen fast ununterbrochen mit bewaffneten Konflikten, mehr als 2,5 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben. Der Kreislauf von Hunger, Gewalt und Not wird ohne strukturelle Veränderungen kaum zu durchbrechen sein. Die Leidtragenden aber sind in der Bevölkerung.

Die Menschen haben Angst, fast drei Millionen Menschen sind auf der Flucht, 1,87 Millionen davon im eigenen Land. Seit erneuter, heftiger Gewaltausbrüche im Juli 2016 hat sich die Situation noch einmal verschärft. Auch in so wichtigen Zeiten wie der Aussaat legen die Konfliktparteien ihre Waffen nicht nieder. Die Folge: Viele Felder konnten dieses Jahr erneut nicht bestellt werden. Und das in einem Land, in dem 90 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben. Die dringend benötigten Ernten im Juli und August fielen aus. Arbeitsplätze und andere Einkommensquellen gibt es kaum. Die Preise für Nahrungsmittel steigen, die Inflationsrate ist hoch. Mehr als 80 Prozent ihres Geldes geben die Südsudanesen heute im Schnitt für ihr Essen aus.

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